Acrylmalerei- hier im Bild ein geniales Beispiel für die Prinzipien der abstrakten geometrische Kunst.

Im weiteren Text können Sie etwas über die verschiedenen Stilrichtungen in der Malerei lesen. Teils auch Grundlagen der speziellen Technik.

Ich bevorzuge generell Acrylfarben namhafter Hersteller, gute Qualität, Lichtechtheit und Beständigkeit ist ganz wichtig.  Von den vielfältigen  Malstilen habe ich mich auf einige wenige beschränkt:
- das ist die abstrakte geometrische Kunst
- abstrakte Rakel- und Spachteltechnik
- Landschaftsmalerei im impressionistischen Stil
- Surreale Kunst

Abstrakte geometrische Kunst 

Seit ihren Anfängen etwa 1920, hat Abstrakte Kunst in immer neuen Varianten, Stilrichtungen und Zusammenhängen weltweit ihren Platz in der Kunst behauptet. Typisch für die geometrische Abstraktion sind klare erkennbare Linien und die Aufteilung des Bildinhaltes in Einzelflächen. Es werden Objekte wie Quadrate, Rechtecke, Dreiecke, Kreise und Ellipsen verwendet. Der Begriff "Abstrakte Kunst" auch "gegenstandslose"-" nicht gegenständlich" oder "geometrische Abstraktion" genannt, ist ein eher vager Oberbegriff für jede Malerei oder Skulptur, die keine erkennbaren Objekte oder Szenen darstellt. Die verwendete Farbpalette beinhaltet Primärfarben (im weiteren auch Sekundärfarben) und unbunte Farben wie Schwarz, Weiß und Grau, in allen Tonabstufungen. Der Bildinhalt ist daher nicht gegenständlich. Das Bild verzichtet vollständig auf gegenständliche Inhalte. Im Vordergrund steht das Zusammenspiel von Farben und Formen, was so auch in meinen Werken zu sehen ist.
Meine Passion zur Abstrakten Kunst wurde in der MOMA- Ausstellung in Berlin 2004 geweckt.
Einige Vertreter der Geometrischen Abstraktion sind hier genannt: Gabriele Evertz, Sonja Delaunay, Iris Müller- Westermann, Josef Albers, Robert Delaunay, Theo van Doesburg, Sam Francis, Wassily Kandinsky, Ellsworth Kelly, Frantisek Kupka, Jean Leppien, Morris Luis, Piet Mondrian, Kenneth Noland, Frank Stella, Adam Szentpetery, und Paul Klee (1879- 1940)

Rakeltechnik

Ursprünglich ist die Rakel ein Abstreifholz, welches in der Drucktechnik verwendet wurde    um überschüssige Farbe von den Stegen der Druckzylinder oder den Rasterwalzen zu entfernen (abstreifen).
Zu einer Maltechnik wurde das Rakeln eigentlich aus Zufall. Der Maler Karl Otto Götze hat für seinen Sohn Farbe mit Kleister angerührt.  Aus irgendeinem Grunde musste er die Farbe schnell wieder von der Leinwand entfernen. Das schaffte er mit einer Rakel am schnellsten, dabei entdeckte er interessante Strukturen.
Die Rakeltechnik in der Malerei wird durch schnelle Bewegungen und Richtungs-wechsel bestimmt . Das muss alles in einer gewissen Geschwindigkeit erfolgen und die praktische Erfahrung ist für den Erfolg des Werkes ausschlaggebend.  Meiner Erfahrung nach ist eine gute Vorbereitung, besonders eine gute passende Farbauswahl, die Beachtung der Trocknungszeiten, die Planung der Flächenaufteilung und die Bereitstellung aller Werkzeuge  wichtig. Rakeltechnik ist viel mehr als einfach nur übers Bild wischen. Manche Künstler planen bei der Arbeit mit der Rakel überhaupt nichts- alles entsteht beim Arbeiten selbst- nur der optische Eindruck ist das Maß zum  Weitermachen oder Aufhören. Oft entstehen so bedeutende  Werke- Spontane Leistungen.
Das Rakeln wurde in der Nachkriegszeit als Protest gegen die gegenständliche Malerei  angewendet, um die Vielfalt der Kunst  inklusive der abstrakten Kunst zu demonstrieren.

Die Rakeltechnik braucht nicht nur das  klassische Malerwerkzeug. Besonders im Baumarkt gibt es hervorragende Werkzeuge wie Glättkellen, Fensterabzieher  und Gummiabstreifer. Auch zugeschnittene Pappstreifen, Teile von Büromaterial können verwendet werden. Auch Spatel und Pinsel werden gebraucht. Ich verwende gerne Japanspachtel. Die Rakel sollten fest sein. Die Pinsel sollten auch ganz groß sein (breit). Die Farbschichten sind bei den meisten Arbeiten mehrfach auf der Leinwand aufgebracht. Nach der Durchtrocknung empfiehlt sich ein Firnisüberzug, je nach Vorstellung matt oder glänzend, für eine bessere Leuchtkraft der Farben und zum Schutz vor Licht und Schmutz.
Besonders geschätzte Künstler sind für mich:
Karl Otto Götze (1914 - 2017)
K. O. Götze  gilt als der Vater der Rakeltechnik. Er unterrichtete als Professor an der Düsseldorfer Malerakademie (1959 - 1975). Seine Erfindung der Rakeltechnik ließ ihn zu einem der wichtigsten Vertreter der abstrakten Kunst werden.
Walter Zimmermann  (1920 - 2002)
Ein Maler, der sich in seinem Werdegang Stück für Stück von der Konvention verabschiedete, arbeitete gerne mit der Rakel. Neben dem zur Zeit wiederentdeckten Siebdruckverfahren, bei dem der Rakel ebenfalls eingesetzt wird, ließ er ab einem späteren Zeitpunkt die Pinsel als herkömmliches Werkzeug ganz weg.  Zu hoch wäre ihm die Versuchung die Farbe wie früher einzusetzen, als Mittel zur Abbildung eines Objektes (Gegenstand) zu verwenden. Zimmermann sah die Farbe als eigenständiges Mittel in seiner Malerei eine Aussage zu erreichen. Dazu nutzte er Beziehungen mehrerer Farben zueinander  und ihre Anordnung im Raum (auf der Leinwand).
Alwin Seel
Alwin Seel (geb. 1945) ist ein deutscher Künstler, dessen Begeisterung ganz der abstrakten Malerei gehört. Seine Bilder entstehen durch Rakeln. Während man beim ersten Blick auf seine Bilder häufig an Gemälde von Gerhard  Richter denkt, erkennt man bei genauerem Hinsehen stilistische Unterschiede. Seels Bilder zeichnen sich durch zahlreiche geometrische Elemente aus. Die Gemälde sind systematisch aufgebaut und die verwendeten Farben harmonieren auf eine Art und Weise, die den aufmerksamen Betrachter entspannt und inspiriert.
Gerhard Richter
Gerhard Richter (geb. 09.02.1932  in Dresden), einstiger Schüler von K.O. Götze, brachte die Rakeltechnik in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Seine Werke erzielen heute große Beachtung weltweit. Heute werden seine großformatigen Bilder in der Rakeltechnik zu Höchstpreisen auf dem Kunstmarkt gehandelt. 

Spachteltechnik

Die Spachteltechnik mit Acrylfarbe (auch die Ölfarbe wird viel verwendet) erschafft eine expressive Kunst, die sich eine reliefartige Oberflächenstruktur zunutze macht, um das Wesen des Motivs auch strukturell darstellen zu können.
Da die Spachteltechnik eine recht grobe Art ist die Farben aufzutragen, muss der Untergrund fest sein, gut grundiert und mit einer  dann im Bild dominierenden Farbe oder speziellen Farbflächen abgedeckt sein.  Bei der Spachteltechnik werden die Farben mit Malmesser oder Malspachtel  auf den Malgrund zu einer plastischen Struktur aufgetragen.
Ein Meister der Spachteltechnik war Vincent von Gogh. Er hat bei vielen seiner Bilder diese Technik  (aber auch die Impasto- Technik ) eingesetzt. Seine Bilder, besonders in Erinnerung  ist mir die Sternennacht, haben eine unvergleichliche Leuchtkraft  und Ausstrahlung, die ich nie vergessen kann. Anders als beim Malen mit dem Pinsel kann man dem Bild eine plastische Struktur verschaffen.
Acrylfarben sind sehr gut geeignet, feste , cremige Acrylfarben mit hoher Pastizität
sind besser zu verwenden als dünnflüssige Farben. Um ein zu schnelles Trocknen der Farben zu vermeiden setze ich einen Verzögerer ein (Retarder) den ich aus Tapetenkleister  untermische. 
Das richtige Werkzeug für die Spachteltechnik:
Malmesser, Palettmesser  oder Malspachtel sind die Hauptwerkzeuge, diese gibt es in allen möglichen Größen. Das Malmesser verfügt über eine abgewinkelte Klinge, damit der Künstler beim Bearbeiten des Bildes die Oberfläche  nicht mit den Fingern berührt.
Das Bild muss immer gut durchtrocknen (2 bis 3 Tage)  bevor es transportiert werden kann.
Bedeutende Künstler, die die Spachteltechnik zur höchsten Vollendung brachten:
Vincent van Gogh, Fred Thieler, Rupprecht Geiger, Fritz Winter, Julius Bissier, Gia Hung
Stefan Dobritz, Peter Witt.

Surreale Kunst

Unter dem Begriff Surrealismus verstehen wir allgemein eine geistige Bewegung, die sich gegen alle traditionellen  Normen stellt. Dieser Begriff lässt sich wortwörtlich mit     
"über dem Realen" übersetzen. Das Ziel war immer, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit zu überwinden. Unter Anwendung der Psychoanalyse sollte eine komplexe Überwirklichkeit geschaffen werden und somit das Bewusstsein zu einer surrealen Sicht erweitert werden. Diese Bewegung gibt es bis heute in Kunst, Film und Literatur.
Zur Zeit des Entstehens dieser Kunstrichtung um etwa 1920 in Paris, entwickelte  sich eine revolutionäre  Kunst die das damalige vorherrschende Weltbild in Frage stellte. Nach Ende des ersten Weltkrieges entwickelten sich viele Kunststile ohne politischen Zwänge und Vorgaben.
Die Darstellung in den Bildern zeigten uns unglaubliche Kompositionen, Motive jenseits der Wirklichkeit, die unser Denken in neuen Richtungen erweitern sollen.
Bekannte Künstler dieser Zeit waren:  Max Ernst, Salvador Dali, Frieda Kalo, Jan Arp, Rene´ Magritte, Joan Miro und viele andere.

Impressionistische Landschaftsmalerei

Das Wort Impression bedeutet in diesem Sinn "ein flüchtiger Augenblick".  Damals Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Gemälde als dilettantische Klecksereien  und Skandale  von  der etablierten Kunstwelt bezeichnet. Die Arbeits- und Sichtweise der Maler ist neu, für Ihre Zeitgenossen total schockierend neu. Spott und Häme mussten die Maler ertragen. Ihre Bilder wurden im Pariser Salon jedes Jahr zurückgewiesen. Die impressionistischen Maler wollten neue Motive, das moderne Leben,  ihr individuelles Empfinden auf die Leinwand bannen.  Im Freien zu malen, das war ganz neu,  dabei hilfreich war die Erfindung der Farben in Tuben.  Es entwickelte sich eine spezielle Pleinair Malerei mit rascher lockerer Pinselschrift.   Seit 1863 wurde die Freilichtmalerei unter Claude Monet mit seinen Freunden Renoir, Sisley und Bazille in der Gegend von Barbizon etabliert. 1867 wurde durch Edouard Manet eine eigene Werkschau als Gegenpol zum Pariser Salon eingerichtet. Ziel der eigenen Schau war es doch Menschen zu finden, die sich mit der Kunst der Impressionisten beschäftigten und diese zu schätzen wussten. Nach dem Krieg 1770/1771 verbesserte sich die Situation der Maler,  sie erholten sich von den Rückschlägen der Vergangenheit. Ihre Werke wurden nach und nach von Liebhabern und Sammlern entdeckt. Den Impressionistischen 
Malern verdanken wir die realistische Malweise, die Lichtführung und eine Gestaltung der Bilder in harmonischen Farben. Viele bedeutende Museen der Welt schätzen sich glücklich in Ihren Sammlungen Bilder der Impressionisten ausstellen zu können. Die Preise für die Bilder sind förmlich explodieret und kaum noch zu bezahlen.

Die wichtigsten Vertreter waren: Edouard Manet  (1832- 1883) , Claude Monet (1840 - 1926), Berthe Morisot (1841 - 1895), Edgar Degas (1834- 1917), Alfred Sisley (1839 - 1899), Auguste Renoir (1841 - 1919), 



Bei der Arbeit mit einem Rakel